Ehemals römisch besiedelte Gebiete in Deutschland sind heute noch immer tendenziell wohlhabender und die Lebenszufriedenheit ist höher als in ehemaligen germanischen Territorien. Das zeigen mehrere Studien. Die Unterschiede lassen sich oft sogar für direkt aneinander angrenzende Regionen nachweisen.

  • brot@feddit.org
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    1 day ago

    Ich halte das für absoluten Quatsch. Bzw. hat das höchstwahrscheinlich recht wenig mit den Römern zu tun, sondern ist eher ein Effekt der Geografie. Die Römer sind ja im Endeffekt bis an die Haupthandelsrouten Donau & Rhein vorgedrungen und es ist jetzt nicht verwunderlich, dass Gegenden mit so coolen Handelsrouten immer noch total cool sind im Gegensatz zu irgendeinem Kaff am Arsch der Welt

    • aaaaaaaaargh@feddit.org
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      10 hours ago

      Wäre schön, wenn du wenigstens den Artikel mal gelesen hättest. Darin steht nämlich explizit, dass die Römer den Limes einfach gerade durchgezogen und fruchtbare und unfruchtbare Böden ignoriert haben. Sorry, aber ich glaube da eher den Wissenschaftlern, die sich damit auseinandersetzen anstatt mir selbst eine Meinung ohne faktisches Wissen zu bilden.

      • brot@feddit.org
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        10 hours ago

        Ich hab den Artikel gelesen, aber ich halte überhaupt nichts davon, dass man irgendwelche Persönlichkeitsmerkmale von lebenden Personen auf vor über 2000 Jahren gefallene Grenzbefestigungen zurückführt. Wer das macht, braucht definitiv bessere Beweise als hier im Artikel und auch in den frei verfügbaren Studien gebracht werden. Die Studie zur Wirtschaft ist ja leider arg kostenpflichtig, du darfst sie aber gerne kaufen und dann diskutieren wir sie gerne :)

        • aaaaaaaaargh@feddit.org
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          4 hours ago

          Naja, Individuen sind doch nur eins von mehreren Merkmalen, die herangezogen wurden. Da steht ja auch, dass Kontinuität wie z.B. beim Straßennetz ein Faktor ist, aber das ist doch kein Widerspruch.

          Was ich allerdings auch fragwürdig finde, ist, ob man das als alleinigen Grund nennen kann. So könnte man mit dem Unterschied der Besiedlung links- wie rechtsrheinisch auch mal schauen, inwieweit die Industrie da mit rein spielt. Wo der Wind überwiegend von Westen kommt, siedelte man sich nicht im Osten an, es sei denn, man hatte Bock auf Schornsteinrauch.

          Aber ich finde das schon plausibel, dass die römischen Siedlungen bis heute einen Einfluss auf die Entwicklung haben, warum auch nicht? Man muss sich mal vergegenwärtigen, was das für ein immenser kultureller Unterschied war, das ist heute schwer vorstellbar.

          • brot@feddit.org
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            8 hours ago

            Also wenn ich das richtig sehe, nimmt er eine Karte der nächtlichen Beleuchtung, welche gerne als Indikator für wirtschaftliche Aktivität genommen wird. Das kann man machen, ist aber aus meiner Sicht nicht für Deutschland nicht wirklich sauber. Wenn wir keine besseren Daten haben wie etwa für Nordkorea dann ist das eine gute Annäherung, aber für Deutschland haben wir sehr feingliedrige Wirtschafts- und Bevölkerungsstatistiken, die auch regional unterschiedlich aufgelöst sind.

            Aber was sehen wir? Im Kern ist das ja bis auf diverse Ausnahmen erstmal eine Darstellung der Bevölkerungsdichte. Viel Licht = viel Bevölkerung = viel Wirtschaft, um es mal platt zu sagen. Wir sehen das, was wir eh schon wissen: Am Rhein, in Frankfurt, Mannheim, Stuttgart und dem Ruhrgebiet wohnen viele Menschen.

            Und jetzt ist die Frage: Wohnen in der Gegend so viele Menschen, wegen der Römer oder aus anderen Faktoren? Wir wissen, dass einige Städte durch die Römer gegründet oder groß geworden sind. Köln, Trier, Mainz. Andere Städte hingegen haben nach der Römerzeit ihre Wichtigkeit verloren - Xanten etwa. Wir wissen aus dem Ruhrgebiet, dass es dort halt auch mit dem Hellweg vorrömische Handelswege und Siedlungen gab, dass die Römer dort vorgestoßen sind, nicht richtig Fuß gefasst haben, aber dass der große Bevölkerungsboom, den man auf der Karte sieht, natürlich dann durch die Kohle kam. Wir wissen auch, dass es aktuell starke Bevölkerungswanderungen gab und gibt - die ehemalige DDR nach der Wende ist hier das beste Beispiel. Wenn dort weniger ökonomische Aktivität/Licht ist, dann kann man natürlich überlegen, ob das mit den Römern zu tun hat oder ob die naheliegende Erklärung irgendwas mit der DDR, den Sowjets oder dem Kaiserreich zu tun hat.

            Wenn wir z.B. mal eine Bevölkerungsdichtenkarte aus 1910 daneben legen, dann sehen wir gerade in Bayern und München, wie sehr das letzte Jahrhundert Veränderungen gebracht hat. Das Wachstum Münchens kann ich also z.B. nicht mit den Römern erklären, weil es anscheinend zwischendrin nicht vorhanden war. Und man sieht auch krass, wie sehr Sachsen abgehängt wurde, was im Zweifelsfall die Menschen dort mehr prägt als irgendwelche römischen Thermenruinen.

            Und das ist auch genau das, was mich an der Studie stört: Wir wissen ja, dass die süddeutschen Regionen gerade wirtschaftlich boomen und massenhaft wachsen. Das ist aber ein Phänomen der BRD. Dazu kommt auch noch der geographische Faktor - Main und Neckar sind praktischerweise auf der Karte oben nicht eingezeichnet, aber halt wichtige Verkehrswege, genau wie der Rhein. Und die waren auch schon in vorrömischer Zeit wichtig, genau wie große Flüsse überall weltweit halt extrem wichtig als Siedlungs- und Handelsraum.

    • Tiptopit@feddit.org
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      1 day ago

      Würde das jetzt nicht absoluten Quatsch nennen. Dass das nicht alleinige Gründe für irgendwas sind, sollte natürlich aber auch klar sein. Der Artikel nennt ja z.B. die Kontinuität zwischen römischen Handelsstraßen und modernen Autobahnen und auch zwischen römischen Städten und heutigen bedeutsameren Städten wie Köln oder Trier.

    • torrentialgrain@lemm.ee
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      1 day ago

      Mehrere Studien zeigen…

      Lemmy User nach dem lesen der Überschrift: Actually alles kompletter Quatsch

      Losgelöster Diskussionsanstoß: wo fängt für euch eigentlich Antiintellektualismus an?

      • muelltonne@feddit.org
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        10 hours ago

        Ich hab sogar Geschichte studiert und diese Forschung ist wirklich extrem weit davon entfernt, was das Fach normalerweise erforscht und sie lehnt sich auf sehr dünner Datenbasis extrem aus dem Fenster. Und ja, ich hab im Artikel sogar auf die Links zu den Studien selbst geklickt und mir die angeguckt.

    • lurch (he/him)@sh.itjust.works
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      1 day ago

      Glaube auch. Das Einzige, was ich mir vorstellen könnte, wären zusätzliche römische Touristenattraktionen, z.B. Römerbäder, Römerkastell Saalburg, Limes, usw., aber so viel kann das nicht ausmachen.

    • Scaramousse@lemmy.world
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      1 day ago

      Dass Wohlstand Zeit überdauert halte ich jetzt für nicht so weit hergeholt. Reiche Regionen lockten reiche Menschen an bzw. produzierten welche, viele Steuereinnahmen führen zu guter Infrastruktur, Kultur usw. Familien bleiben eher dort leben, wo sie viel Grund besitzen. Es wäre für mich eher verwunderlich, wenn sich das grundlos irgendwann ändern würde.

  • Hnery@feddit.org
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    1 day ago

    Netter Beitrag, das erzähle ich nächste Woche mal einem Ostwestfalen. Aber wie gut gesichert die Effekte auf die Römerzeit zurückgehen? Oder sind die Unterschiede doch auf andere Faktoen zurückzuführen, die nicht ausgeklammert wurden?

    • Sibbo@sopuli.xyzOP
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      1 day ago

      Habe ich mir auch gedacht. Die DDR hat Ostdeutschland halt auch nicht super gut getan, und nicht nur die Tatsache, dass sie niemals römisch war.

    • Tiptopit@feddit.org
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      1 day ago

      Dass es noch andere Faktoren gibt, ist einigermaßen klar, aber der Artikel nennt ja z.B. die Kontinuität römischer Handelsstraßen bis zur Autobahn und die Kontinuität von der Bedeutsamkeit von römischen Städten, über Bischofssitze bis hinzu heutigen Städten wie z.B. in Köln oder Trier. Von daher hat das ja schon seine Berechtigung.