• peterpan520@feddit.org
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    2 days ago

    Hier geht es nicht darum, Meinungsfreiheit abzuschaffen – das ist einfach nicht der Punkt. Die Leute, um die es geht, haben nicht nur ihre Meinung gesagt oder friedlich demonstriert. Sie haben das Präsidium der FU Berlin gewaltsam besetzt, dabei Mitarbeiter bedroht (mit Äxten!!!) und Sachschaden von über 100.000 Euro verursacht. Das ist keine politische Meinungsäußerung mehr, sondern kriminelles Verhalten.

    Meinungsfreiheit bedeutet nicht, dass man machen kann, was man will – vor allem nicht Gewalt ausüben oder andere einschüchtern.

    • M.int@lemm.eeOP
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      2 days ago

      Keiner von den vieren, um die es da geht, ist angeklagt wegen Gewaltausübung oder Vandalismus. Wenn sie sich strafbargemacht haben, dann anklagen und nicht abschieben.

      Cooper Longbottom, ein Transgender-Student, soll in die USA abgeschoben werden.
      Kasia Wlaszczyk, auch trans, soll nach Polen abgeschoben werden, trotz das er da seit 25 jahren nicht mehr gelebt hat.

      • Gollum@feddit.org
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        21 hours ago

        Ist die Anordnung verhältnismäßig? Abschiebungen können nach deutschem Recht jedenfalls auch angeordnet werden, ohne dass der Betroffene strafrechtlich verurteilt wurde. Hier gilt ein Verhältnismäßigkeitsprinzip, es muss sich also um schwerwiegende Vorwürfe handeln.

        Natürlich sagt deren Anwalt, dass das zu wenig ist, ist auch sein Job.

        Aber ich verstehe absolut nicht warum man hier Leute verteidigt, die ein absolut widerliches Verhalten an den Tag legen. Was mMn auf jeden zutrifft, der sich bei dieser “Demonstration” teil genommen hat.

        Ich bin der Meinung, dass jeder in Deutschland seine Meinung äußern darf, sich für Dinge einsetzen darf die einem wichtig sind und auch dafür demonstrieren soll. Aber ein Massen Wandalismus gehört einfach nicht dazu.

        Wären es Reichsbürger die den Bundestag stürmen gäbe es hier nicht mal eine Diskussion. Warum tut an sich so schwer hier Fehlverhalten zu attestieren, welches ihnen trotzdem ihre Meinung lässt?

        • M.int@lemm.eeOP
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          17 hours ago

          Was mMn auf jeden zutrifft, der sich bei dieser “Demonstration” teil genommen hat.

          Ach, ich hab’ vergessen, dass jede Demonstration blütenrein und unauffällig sein muss. Wenn einer in der Demonstration Vandalismus betreibt oder Bedroht sind sofort alle daran Schuld. Wenn ein Polizist einen Demonstranten zusammenschlägt? “Einzelfall”

          Ich verstehe absolut nicht, warum hier Leute der Meinung sind, man sollte Leute einfach aus Deutschland abschieben:

          Cooper Longbottom, ein Transgender-Student, soll in die USA abgeschoben werden.
          Kasia Wlaszczyk, auch trans, soll nach Polen abgeschoben werden, trotz das er da seit 25 jahren nicht mehr gelebt hat.

          Wirklich, weil sie an einer Demo teilgenommen haben?

    • fantasty@programming.dev
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      2 days ago

      Erstens sind die betroffenen Personen wie bereits erwähnt wegen nichts verurteilt und selbst wenn ihnen etwas vorgeworfen wird dann gilt in einem Rechtsstaat immer noch die Unschuldsvermutung.

      Zweitens, ich wohne in Berlin und bin selbst politisch aktiv und auch öfters auf Demos unterwegs. Die bleiben größtenteils friedlich und wo es eskalierte, da gab es so ziemlich jedes Mal Polizeigewalt im Vorfeld. Dies übrigens auch an der FU & HU. An der TU ist es, Überraschung, selten zu Schlagzeilen gekommen weil die Unileitung dort nicht mit Gewalt gegen die Protestierenden vorgegangen ist, während die FU & HU es zugelassen bzw. sogar unterstützt haben, dass die Polizei Studierende brutal verprügelt und auch Journalisten angegriffen, medizinisches Personal an der Arbeit behindert und ein Anwalt festgenommen wurde.

      Die Proteste sind erst gewalttätig geworden, als klar wurde, dass Repression und Polizeigewalt sowieso zu erwarten waren. Ich befürworte gewalttätige Proteste nicht und möchte auch keine (angeblichen oder tatsächlichen) Straftaten schönreden.

      Es ist allerdings entweder naiv oder sogar einfach nur manipulativ so zu tun als wäre die Gewalt in einem Vakuum entstanden.

      • NeoNachtwaechter@lemmy.world
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        1 day ago

        Die Proteste sind erst gewalttätig geworden, als klar wurde, dass Repression und Polizeigewalt sowieso zu erwarten waren.

        Ist das etwa eine Rechtfertigung? Macht es das irgendwie besser??

        Nein, das ist nur eine andere Formulierung von “zuerst zurückgehauen”.

        • fantasty@programming.dev
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          1 day ago

          Ich befürworte gewalttätige Proteste nicht und möchte auch keine (angeblichen oder tatsächlichen) Straftaten schönreden. Es ist allerdings entweder naiv oder sogar einfach nur manipulativ so zu tun als wäre die Gewalt in einem Vakuum entstanden.

          Du hättest einfach nur weiterlesen müssen…

    • MorukDilemma@lemm.ee
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      2 days ago

      In Deutschland geht sowas vor Gericht und wird dort abgeurteilt. Nach dem Urteil werden weitere Schritte unternommen. Das wird hier unterlaufen.

      • peterpan520@feddit.org
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        2 days ago

        Das ist falsch und steht auch im Artikel:

        Abschiebungen können nach deutschem Recht jedenfalls auch angeordnet werden, ohne dass der Betroffene strafrechtlich verurteilt wurde. Hier gilt ein Verhältnismäßigkeitsprinzip, es muss sich also um schwerwiegende Vorwürfe handeln.

        Man kann über die Verhältnismäßigkeit diskutieren, aber nicht, ob das Vorgehen der Behörden juristisch illegal ist.

        • Don_alForno@feddit.org
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          1 day ago

          Du bestätigst doch nur, was u/MorukDilemma schreibt. In Deutschland werden solche Vorwürfe normalerweise vor Gericht geklärt und dann von einem Richter ein Urteil gesprochen. Indem man die Beschuldigten stattdessen einfach per Anordnung abschiebt, legal oder nicht, unterläuft man dieses Verfahren.

          Warum braucht man so ein Instrument in der Rechtsordnung? Weil man glaubt, die Vorwürfe nicht beweisen zu können.

          • peterpan520@feddit.org
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            23 hours ago

            Ich verstehe nicht, was du von mir willst? Ich bin da ganz objektiv an die Sache ran gegangen, bei einem offensichtlich für viele sehr emotionalen Thema. Hätte ich gewusst, wie hier einige reagieren, wenn man einen News-Artikel rezitiert, der eben hier als Thread gepostet wurde, dann hätte ich lieber nichts geschrieben. Fakt ist, und das wird in eben diesem Artikel auch erwähnt, dass hier die Judikative nicht unterwandert wurde und eben das hatte MorukDilemma angedeutet.

            Wie gesagt, ich bin da ganz objektiv an die Sache ran gegangen. Ich habe auch nie das Vorgehen der Behörden in der Sache verteidigt. Ich möchte nur gerne, dass hier über Fakten geredet wird, ansonsten kann ich doch direkt Twitter ansteuern…

            • kossa@feddit.org
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              16 hours ago

              dass hier die Judikative nicht unterwandert wurde

              Doch, genau das ist hier ja passiert. Die Kritik richtet sich ja auch an dieses Gesetz, das es erlaubt und einem Rechtsstaat nicht würdig ist.

              Das normale Vorgehen in einem Rechtsstaat mit Gewaltenteilung sollte ja sein:

              1. Exekutive sagt: der Typ hier hat Gesetze gebrochen und ist eine Gefahr für Land und Leute.
              2. Die Judikative, also ein Gericht, prüft das und verhängt ein Urteil mit Strafmaß, wenn die Vorwürfe der Exekutive stimmen
              3. Die Exekutive setzt das Urteil um

              Wenn, wie in diesem Fall, ein Gesetz sagt “In besonderen Fällen darf die Exekutive entscheiden, ob die Leute schuldig sind, was die Strafe sein soll und dann diese Strafe umsetzen”, dann ist das ein Gesetz, das den Rechtsstaat unterminiert und die Judikative außen vor lässt.

              Und das ist ganz, ganz, ganz dolle schlecht.

            • fantasty@programming.dev
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              22 hours ago

              Naja wenn die Leute sagen „wehret den Anfängen“ dann geht es genau um sowas. Ich würde sagen, wir sind schon weit über die Anfänge hinaus, aber so ist es nunmal, wo etwas schiefläuft müssen wir das benennen und uns dagegen wehren.

              Ich finde es fragwürdig, dass das ganze dann immer als „emotional“ bezeichnet wird. Und selbst wenn es so wäre, wäre es doch gut, dass Leute emotional darauf reagieren, dass hier und jetzt gerade massiv die Freiheit von uns allen beschnitten werden soll. Das ist keine sinnlose Empörung sondern ein tatsächlicher Eingriff in die Meinungsfreiheit und das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit.

        • kossa@feddit.org
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          2 days ago

          Krass. Immer wieder lernt man neue Details, wie sehr der Rechtsstaat auch in D schon erodiert ist.